{"id":226,"date":"2013-04-15T20:01:40","date_gmt":"2013-04-15T18:01:40","guid":{"rendered":"http:\/\/blog.busweltreise.de\/?p=226"},"modified":"2018-05-22T09:29:50","modified_gmt":"2018-05-22T07:29:50","slug":"14-04-2013-fahrt-von-istanbul-nach-urgup-ca-700-km","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.busweltreise.de\/?p=226","title":{"rendered":"14.04.2013 Fahrt von Istanbul nach \u00dcrg\u00fcp, ca.700 km"},"content":{"rendered":"<p>Regel Nr. 1 f\u00fcr Berichte \u00fcber ein Gastland: Berichte positiv! Also &#8211; die Stra\u00dfen sind gut. Mindestens ziemlich gut, meistens gut, oft sehr gut.<\/p>\n<p>Regel Nr. 1 f\u00fcr Reiseberichte: Berichte wahrheitsgem\u00e4\u00df! Also &#8211; beim Blick in die anatolische Landschaft macht sich \u2013 zumindest bei mir \u2013 die gro\u00dfe Tristesse breit. Wenn hier der Hund begraben ist, dann ist es ein einsames Grab. Die Vorst\u00e4dte Istanbuls lassen es schon ahnen, der Aufstieg ins gr\u00fcne Bergland macht Hoffnung, die Strecke bis Ankara belehrt eines Besseren, von Ankara \u00fcber Hochebenen bis Kappadokien best\u00e4tigt sich die Bef\u00fcrchtung. Vielleicht liegt es ja auch an den noch kahlen B\u00e4umen und am noch tr\u00fcben Wetter, das der zun\u00e4chst seltsam gesichtslosen Landschaft auch nicht schmeichelt. Felder, kleine D\u00f6rfer und Weiler (ein paar H\u00e4user und eine Moschee), St\u00e4dtchen (etwas mehr H\u00e4user, ein Neubaugebiet und zwei Moscheen), St\u00e4dte (ja genau, System erfasst). An der Stra\u00dfe brandneue Tankstellen, Speditionen, Einkaufsm\u00f6glichkeiten und Rastpl\u00e4tze, ein verlorener, direkt an der Stra\u00dfe liegender leerer Kinderspielplatz, dann Werkst\u00e4tten, in denen der Schmiedehammer vermutlich das modernste Werkzeug darstellt. Ab den Passh\u00f6hen dann: Landwirtschaft. Endlose \u00fcber H\u00fcgel gelegte Weizenfelder, Weidefl\u00e4chen, Brachen, ein paar Baumreihen Pappeln oder Nadelb\u00e4ume gegen den Wind,\u00a0 H\u00fcgel bis zum Horizont. Nebraska im Nieselregen ist dagegen ein Rummelplatz. Jetzt seltener D\u00f6rfer, St\u00e4dtchen (obiges Prinzip). Gelegentlich Z\u00e4une, deren Funktion im Einfangen verwehter Plastikt\u00fcten besteht. Nach langem Schauen auch eine positive Erkenntnis: es gibt\u00a0 kaum die bei uns \u00fcber Berg und Tal ziehenden Masten. Ein ganzer Rundblick von Horizont zu Horizont ohne Hochspannungs-, Strom- oder Telegrafenmasten. Zumindest f\u00fcr einige Zeit: Kein Stahl, kein Holz, das in die Landschaft ragt.<\/p>\n<p>Dann werden die Felder kleiner und seltener und die Landschaft wird auch Steppe. Dar\u00fcber ein \u201eniedriger\u201c dunstig-blauer\u00a0 Himmel, wei\u00dfe schnell ziehende Wolken, die gro\u00dfe Schatten \u00fcber die Ebene und die kargen H\u00fcgel werfen. In der Ferne ein paar Ziegenherden. Hinter einem Traktor, der ein Feld in die Steppe pfl\u00fcgt, patrouillieren St\u00f6rche.<\/p>\n<p>Gelegentlich eine Stadt an der Stra\u00dfe oder in der Ferne. Ein Erkl\u00e4rungsversuch f\u00fcr die Gleichf\u00f6rmigkeit und Gesichtslosigkeit dieser Siedlungen: Sie scheinen nur aus zwei Typen von Geb\u00e4uden zu bestehen. Wohngeb\u00e4ude und Moscheen. Die Zweckbauten, Kasernen, Schulen, Tankstellen sind am Ortsrand. Der Ort selbst besteht optisch aus kleinen und gro\u00dfen Wohnh\u00e4usern, ein, zwei, vier, zehn Stockwerke \u2013 und alle haben die gleiche Dachform und Neigung. Der Gedanke, dass ein Dach auch eine andere Neigung als 25 Grad haben k\u00f6nnte, hat in Anatolien noch einen schweren Weg vor sich! Die Moscheen im Ortsbild farbig get\u00fcncht und von\u00a0 immer gleichen Minaretten umstanden. Schlank und spitz und scheinbar von der Stange. Auch ist die Aluminium- Leichtbauweise dem Kuppelbau sehr f\u00f6rderlich. Es scheint im Stadtbild keine alten Moscheen zu geben, alte Kirchen schon gar nicht, keine Schl\u00f6sser, Schl\u00f6sschen, Burgen, T\u00fcrme, Ruinen \u00fcber der Stadt. Keine Stadtmauern, weder verfallen noch erhalten. Soviel hart bezahlte Abwechslung haben uns Klerus und Adel in Europa immerhin hinterlassen. Hier dagegen markiert den\u00a0 h\u00f6chste Punkt das h\u00f6chste 25 Grad Dach oder je nach Lage die Minarette. Die Stadt selbst endet in einer Brache oder einem Neubaugebiet. Sicher nur eine Impression aus dem Bus heraus.<\/p>\n<p>Regel Nr. 2 f\u00fcr Berichte \u00fcber das Gastland und Reiseberichte: Ende vers\u00f6hnlich!<\/p>\n<p>Das f\u00e4llt leicht. In Kappadokien wickelt sich gelegentlich ein D\u00f6rfchen um eine Tuffstein-Fluchtburg, die Landschaft ist bizarr voll farbiger Fels- und Erdformationen und das Hotel Melis ein aus Tuff gebautes, in den Tuff gegrabenes, mit Teppichen ausgelegtes kleines Labyrinth. Und morgen fr\u00fch klingelt um 04.45 der Wecker zur Ballonfahrt.<\/p>\n<p>Mandy\/W.Nussbaumer<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Regel Nr. 1 f\u00fcr Berichte \u00fcber ein Gastland: Berichte positiv! Also &#8211; die Stra\u00dfen sind gut. Mindestens ziemlich gut, meistens gut, oft sehr gut. Regel Nr. 1 f\u00fcr Reiseberichte: Berichte wahrheitsgem\u00e4\u00df! Also &#8211; beim Blick in die anatolische Landschaft macht sich \u2013 zumindest bei mir \u2013 die gro\u00dfe Tristesse breit. 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