{"id":2094,"date":"2014-01-10T19:21:22","date_gmt":"2014-01-10T17:21:22","guid":{"rendered":"http:\/\/blog.busweltreise.de\/?p=2094"},"modified":"2018-05-22T09:23:02","modified_gmt":"2018-05-22T07:23:02","slug":"liebe-leute","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.busweltreise.de\/?p=2094","title":{"rendered":"Liebe Leute,"},"content":{"rendered":"<p><em>Beitrag von Hans-Pete<\/em>r<\/p>\n<p>das gro\u00dfe Abenteuer ist nun vorbei. Vergangenen Freitag habe ich den Weltreise-Bus im Hafen von Zarate, etwa 90 km von Buenos Aires entfernt, abgestellt. Von hier wird das gute St\u00fcck in diesen Tagen nach Hamburg verschifft. Anfang Februar soll der Setra dort ankommen.<\/p>\n<p>Mittlerweile halte ich mich in Tavira auf, einem kleinen St\u00e4dtchen an Portugals \u00f6stlicher Algarve. Ich m\u00f6chte mich etwas erholen von den Anstrengungen und Aufregungen der vergangenen neun Monate und etwas durchatmen. Aufregend war es ja schon, bevor diese Reise \u00fcberhaupt begann.<\/p>\n<p>All die Vorbereitungen, die Nervosit\u00e4t vor dem Start und die st\u00e4ndige Ungewissheit, wie alles ausgehen w\u00fcrde, ja, ob wir es \u00fcberhaupt zu Ende bringen w\u00fcrden und wenn, wie. Das alles war mit einem Wort: Aufregend! Nun ist es aus und vorbei.<\/p>\n<p>Jetzt bin ich wieder in Europa und ich genie\u00dfe es. Nach dem Abschluss der Durchquerung von Eurasien auf der Seidenstra\u00dfe bis nach Shanghai waren Ina und ich am 10. Juli letzten Jahres in Seattle\/USA gelandet und hatten seitdem gute 38.000 Kilometern auf dem amerikanischen Kontinent zur\u00fcckgelegt. Durch Alaska und Kanada auf dem Alaskan Highway, durch Montana, Wyoming, Utah, Arizona, Nevada und California hinunter zur mexikanischen Grenze bei San Diego und Tijuana durch den klassischen \u201eWilden Westen\u201c. Mexiko dann, eine v\u00f6llig andere Kultur mit seinen freundlichen Menschen und wundersch\u00f6nen Kolonialst\u00e4dten. Ein Land mit offenen Armen. Mir viel n\u00e4her, vertrauter, menschlich w\u00e4rmer und anheimelnder als \u201eAmerika\u201c. Ein Farbenrausch in Guatemala \u2013 die bunt gekleideten Indigenas, die farbenfrohen Busse. Die gro\u00dfartigen Mayast\u00e4tten! Vulkane! Seen! Und immer wieder Kolonialst\u00e4dte wie im Bilderbuch. Die Spuren der B\u00fcrgerkriege in Honduras und El Salvador.<\/p>\n<p>Schlie\u00dflich Nicaragua, immer noch unter den Folgen der durch die USA finanzierten M\u00f6rder- und Contras-Banden leidend. Sandinisten, die nun korrumpiert sind von der Macht. Alles so pr\u00e4sent \u2013 und die Menschen, die sich nur nach einem sehnen: nach Frieden, einem Ende der Gewalt und des Leidens. Und immer, egal wo wir sind, die Leute, die uns so freundlich und liebensw\u00fcrdig empfangen!<\/p>\n<p>In Kolumbien endlich wieder am Steuer des eigenen Busses, die Anden hoch- und hinunterbretternd, LKWs \u00fcberholend, durch Nebel- und Regenwald, mal auf 4000 m H\u00f6he in glei\u00dfender Sonne, dann wieder tief unten in der Feuchte des Tropendschungels. Keinerlei Spur einer Bedrohung, obwohl doch Kolumbien den schlechtesten Ruf genie\u00dft. Die nettesten Menschen! Ecuador, \u00c4quator, unendliche Kurvenr\u00e4uberei in den Anden und im Amazonastiefland!<\/p>\n<p>Auf einmal gute Stra\u00dfen, der Diesel f\u00fcr 20 Cents\/Liter! Und immer wieder diese wundersch\u00f6nen Kolonialst\u00e4dte. Peru: die ersten Pinguine, Seel\u00f6wen, Zauber des Pazifiks! Lima, die W\u00fcsten, die Nasca-Linien, viel Armut, aber die beste K\u00fcche Amerikas! Pisco Sour!<\/p>\n<p>In Chile dann: Man w\u00e4hnt sich in Europa, zumindest was den Verkehr betrifft. Ein Zebrastreifen ist pl\u00f6tzlich ein Zebrastreifen, ein Rot an der Ampel bedeutet anzuhalten und gilt nicht als Empfehlung, die Hupe zu einzusetzen, um sich den Weg durch das Chaos zu bahnen. Die gro\u00dfartigste W\u00fcste der Welt, die Atacama. Die Hauptstadt Santiago, die mich an Mailand erinnert, durch ihre Ger\u00fcche, Bars, Restaurants, die Vegetation.<\/p>\n<p>Schlie\u00dflich die Vulkane im S\u00fcden, die Tage, die l\u00e4nger werden, denn hier ist Sommer und der \u00c4quator schon wieder ganz weit weg. Das Gef\u00fchl, immer am falschen Platz zu sitzen, wenn man den Schatten sucht, denn die Sonne steht mittags im Norden und wandert garantiert dort hin, wo man sich eben noch sicher vor ihr f\u00fchlte. Komplettes Durcheinander, was die Orientierung betrifft.<\/p>\n<p>Argentinien, noch europ\u00e4ischer, aber hier ist dennoch das Paradies, wenn man fahren will: Einmal begegnen uns auf einer Strecke von rund 700 Kilometern ganze zwei Autos! Und ein LKW, ein uralter Mercedes Rundhauber aus den Sechzigern, muss ich fairerhalber zugeben. So geht das Tag f\u00fcr Tag. Nur noch Landschaft. Sonst gar nichts mehr. Das menschenleere Alaska scheint da zumindest im Vergleich zu Patagonien und der Ruta 40 fast dicht besiedelt. Pampa, endlos, wellig, oft Piste, aber mit grandiosen Panoramen, wenn wir uns den Anden n\u00e4hern. Mount Fitzroy, der Gletscher Perito Moreno \u2013 f\u00fcnf Monate sind vergangen, dass wir wie am Portage Gletscher in Alaska, wo wir gestartet sind, das Kalben eines Gletschers erleben, ebenfalls von einem Boot aus, das einen Gletschersee bef\u00e4hrt.<\/p>\n<p>D\u00e9j\u00e0 vu. Und schlie\u00dflich die Querung der Magellanstra\u00dfe, keine 300 Kilometer sp\u00e4ter die Euphorie, Ushuaia, die s\u00fcdlichste Stadt, das \u201eEnde der Welt\u201c erreicht zu haben. Unser Ziel.<\/p>\n<p>Das alles war grandios und ist noch kaum zu fassen. Und ich bin immer noch unendlich dankbar, dass alles so gut gegangen ist. Aber was hat mich am meisten beeindruckt? Was den nordamerikanischen Kontinent betrifft, w\u00fcrde ich sagen: Alaska. Alles noch im Aufbruch. Der Goldrausch und die teilweise Erschlie\u00dfung des riesigen Landes liegen ja gerade mal gute hundert Jahre zur\u00fcck. Entsprechend improvisiert ist alles, aber auf eine sympathische Art. Nur Landschaft und kaum Menschen. Das Gleiche \u00fcbrigens am anderen Ende des Kontinents, 30.000 km weiter s\u00fcdlich in Feuerland: Die gleichen Holzh\u00e4user, die gleiche Unfertigkeit, die gleiche Aufbruchsstimmung, eine \u00e4hnliche Einsamkeit.<\/p>\n<p>In Mittel- und S\u00fcdamerika hat mich alles beeindruckt. Alles. Ein Traum, hier unterwegs sein zu d\u00fcrfen, ein komplett neuer Blick auf die Welt stellt sich ein. Ich k\u00f6nnte die Tour sofort noch einmal machen.<\/p>\n<p>Was die Seidenstra\u00dfe angeht, da packt mich jetzt schon wieder das Heimweh nach dem Orient. Nach Persien komme ich zum Gl\u00fcck ja schon im Mai wieder, wenn wir nach Isfahan, Shiraz, Yazd und T\u00e4briz fahren. Ein Heimspiel.<\/p>\n<p>Mental bin ich sofort da und freue mich darauf. Ein paar freie Pl\u00e4tze gibt es \u00fcbrigens noch. Aber auch nach Buchara, Samarkand, in die Schwarze Gobi, an den Gelben Fluss, nach China werde ich wieder kommen, vielleicht n\u00e4chstes oder \u00fcbern\u00e4chstes Jahr. Das alles ist nach dieser dritten Tour nun doch sehr vertraut.<\/p>\n<p>Aber Alaska, Mittel- und vor allem S\u00fcdamerika h\u00f6re ich ganz laut rufen:<\/p>\n<p>Komm! Komm wieder!<\/p>\n<p>In diesem Sinne ein letzter Blog-Gru\u00df von der Algarve an alle Leserinnen und Leser<\/p>\n<p>Hans-Peter<\/p>\n<p>PS: Ich wollte eigentlich noch schreiben, wieso ich an die Algarve gekommen bin: Weil es hier im Winter so wunderbar leer ist und angenehmste Temperaturen herrschen f\u00fcr entspannte Tage unter s\u00fcdlichem Licht \u2013 und dass ich schon in zwei Monaten, n\u00e4mlich im M\u00e4rz mit dem Bus mit einigen von Euch hier her, nach Portugal fahre, falls Ihr gebucht habt! Neben Porto und Lissabon auch nach Tavira, wo ich mich derzeit aufhalte. Dann kann ich ja noch ein bisschen erz\u00e4hlen, wie es auf der Weltreise war, wenn es Euch interessiert. Und Euch vorschw\u00e4rmen von der &#8222;Reise meines Lebens\u201c.<\/p>\n<p>Diesen Ausdruck hat \u00fcbrigens Hilde gepr\u00e4gt. Hilde aus Nordrhein-Westfalen, die die ganze Reise mitgemacht hat von Freiburg nach Feuerland, und die jetzt mit dem Schiff von Buenos Aires nach Hamburg f\u00e4hrt. Weil sie ebenfalls nicht genug kriegen kann von der Welt!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Beitrag von Hans-Peter das gro\u00dfe Abenteuer ist nun vorbei. Vergangenen Freitag habe ich den Weltreise-Bus im Hafen von Zarate, etwa 90 km von Buenos Aires entfernt, abgestellt. Von hier wird das gute St\u00fcck in diesen Tagen nach Hamburg verschifft. Anfang Februar soll der Setra dort ankommen. 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