{"id":1990,"date":"2013-12-02T15:07:22","date_gmt":"2013-12-02T13:07:22","guid":{"rendered":"http:\/\/blog.busweltreise.de\/?p=1990"},"modified":"2018-05-22T09:23:50","modified_gmt":"2018-05-22T07:23:50","slug":"das-nahkastchen-macht-grenzerfahrungen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.busweltreise.de\/?p=1990","title":{"rendered":"Das N\u00e4hk\u00e4stchen macht Grenzerfahrungen"},"content":{"rendered":"<p>Beitrag von Heidi Bisang<\/p>\n<p>Liebe Leserinnen und Leser<\/p>\n<p>12 mal musste das N\u00e4hk\u00e4stchen bis jetzt eine Landesgrenze passieren, es fehlt nur noch die Argentinische (bitte Daumen dr\u00fccken, dass auch die letzte Aus- bzw. Einreise fl\u00fcssig von sich geht) \u2013 und dann nat\u00fcrlich nach einem langen Nachtflug die allerletzte Einreise in Frankfurt. Im Gro\u00dfen ganzen kamen wir recht fl\u00fcssig \u00fcber die Grenzen, denn f\u00fcr die Z\u00f6llner sind wir jeweils eine echte Herausforderung. Normal ist, dass Ausl\u00e4nder aus nicht Nachbarl\u00e4ndern per Flugzeug ankommen und nach ein paar Tagen auch wieder ausfliegen. Und jetzt kommt da ein Bus mit 15 bis 24 Europ\u00e4ern auf der Landstra\u00dfe an den Zoll und m\u00f6chte einreisen. Da ist jeder Zollbeamte \u00fcberfordert, denn welches ist nun der Vor- und welches der Geschlechtsname und hei\u00dft \u201eSchweizerische Eidgenossenschaft\u201c (und das in 4 Sprachen) wirklich Suiza und wo bitte liegt das? Alemana geht ja noch aber Suiza?? Noch nie geh\u00f6rt! Zettel m\u00fcssen ausgef\u00fcllt werden mit Name, Vorname, Passnummer (die kenne ich mittlerweile auswendig), Grund der Reise etc. etc. Dann wird der Pass gescannt und schon bekommt man den Einreise- bzw. Ausreisestempel. Bei der Einreise bekommt man zus\u00e4tzlich meist einen Zettel \u2013 ebenfalls mit Stempel, den man auf gar keinen Fall verlieren darf, denn den braucht\u2019s dann wieder bei der Ausreise. Das ganze Prozedere dauert so zwischen 1 \u00bd und 3 Stunden, je nachdem wie rasch der Bus abgefertigt wird. F\u00fcr diejenigen, die schon bei der Chinareise dabei waren, gilt das als schnelle bis sehr schnelle Abfertigung, f\u00fcr die Neulinge war die erste Grenz\u00fcberquerung eine ganz neue und ziemlich befremdliche Erfahrung. Bald haben wir aber alle gemerkt, dass nur geduldig anstehen zum Ziel f\u00fchrt und oft haben die Z\u00f6llner noch einen zweiten oder gar dritten Schalter ge\u00f6ffnet f\u00fcr uns \u201eExoten\u201c. Und freundlich waren sie ausnahmslos alle.<\/p>\n<p>Die verr\u00fccktesten Grenzpassagen erlebten wir in Mittelamerika, die will ich Euch nicht vorenthalten. Bei der Einreise in Mexico in Baja California war der mexikanische Zoll verwaist (wahr wohl grad Mittagspause) und unsere Mittel- bzw. Nordamerikagruppe konnte einfach durchmarschieren, grad so wie wir das von Europa gewohnt sind. Bei der Ausreise sollte sich das dann allerdings r\u00e4chen, denn da monierte dann der Zoll den fehlenden Einreisestempel. Die P\u00e4sse wurden alle kopiert und via Interpol (so munkelte man) auf ihre Echtheit gepr\u00fcft. Dass der ganze Reiseverlauf mit allen Daten vorlag n\u00fctzte nichts, es hie\u00df warten und zwar in der br\u00fctenden Mittagshitze. 1 \u00bd Stunden dauere das, wurde uns von den Beamten verk\u00fcndet und da in Mexico jede Stunde etwa 120 Minuten hat, warteten wird dann prompt 3 Stunden auf die erl\u00f6senden Stempel. Zum Gl\u00fcck haben wir dann unsere P\u00e4sse genau gepr\u00fcft, denn nat\u00fcrlich fehlten in 3 P\u00e4ssen der begehrte Ausreisestempel (der sofort nachgeliefert wurde) \u2013 ist ja auch schwierig etwa 15 P\u00e4sse genau zu stempeln, oder !! Zu Fu\u00df (das Gep\u00e4ck wurde von Tr\u00e4gern auf Handkarren geliefert) ging\u2019s dann in immer noch br\u00fcllender Hitze etwa einen Kilometer bergauf zum Guatemaltekischen Zoll. Die letzten mexikanischen Batzen konnten wir dort gegen guatemaltekische wechseln und uns Wasser kaufen, denn der Durst war mittlerweile gro\u00df. Dort ging\u2019s dann ganz fl\u00fcssig voran und etwa eine halbe Stunde sp\u00e4ter konnten wir unseren (neuen) Bus besteigen, der uns bis nach Panama gefahren hat. <\/p>\n<p>Der absolute Hit war dann die Einreise nach Panama. Der Bus brachte uns an die Costa Ricanische Grenze, wo wir mit unserem gesamten Gep\u00e4ck zu Fu\u00df durch den Zoll mussten. Unsere Ausreisestempel bekamen wir recht fl\u00fcssig und dann standen wir vor einer altersschwachen ehemaligen Eisenbahnbr\u00fccke, sch\u00e4tzungsweise etwa 200 Meter lang und total marode, rostige Schienen auf l\u00f6chrigen Holzlatten (in die  L\u00f6cher h\u00e4tte bequem ein Bein gepasst), daneben eine neue Br\u00fccke f\u00fcr Autos \u2013 allerdings fuhren da keine. Die Fu\u00dfg\u00e4nger \u2013 also wir \u2013mussten aber \u00fcber die alte Br\u00fccke balancieren. Ich hatte Gl\u00fcck, ein Gep\u00e4cktr\u00e4ger nahm meinen grossen Koffer auf die Schultern und schwankte vor mir her. Mein einziger Blick galt ihm, denn wenn die Br\u00fccke ihn tr\u00e4gt, komme ich auch heil r\u00fcber, war mein einziger Gedanke und folge ihm mit Rucksack und kleinem K\u00f6fferli in geb\u00fchrendem Abstand \u00fcber die l\u00f6chrigen Latten. Auf der Panameischen Seite war dann wieder Zettel ausf\u00fcllen und Einreisestempel fassen angesagt. Dann durften wir unsere ganzen Habseligkeiten \u00fcber eine lange Treppe den Bahndamm hinunter wuchten und zu einem Minibus karren (zum Gl\u00fcck haben die heutigen Koffer R\u00e4der). Anstatt in den 2. Minibus einzusteigen (wir fuhren damit nur zum n\u00e4chsten Hafen, denn wir logierten die ersten 2 N\u00e4chte auf einer Insel) mussten wir zuerst noch unter dem Bahndamm durch zu einem neuen Schalter und nochmals unsere P\u00e4sse zeigen samt Flugticket als Beweis, dass wir das Land auch wirklich wieder verlassen werden.<\/p>\n<p>Seit 3 Wochen reisen wir nun durch die W\u00fcste, denn diese ging nach der Einreise in Chile weiter. Erst wenn wir dann n\u00e4chste Woche nach Santiago kommen, wird auch das Klima anders und die Landschaft wieder gr\u00fcner. Ich h\u00e4tte nie gedacht, dass ein so riesiger Teil S\u00fcdamerikas aus W\u00fcste besteht. Dass es da die Atacamaw\u00fcste gibt, ja das war auch mir bekannt, aber, dass die a) soooo riesig ist nicht und dass es b) daneben noch viele andere W\u00fcsten gibt, habe ich nicht mal geahnt und dass diese Landschaften so spektakul\u00e4r sind nat\u00fcrlich auch nicht. Oft gleich nach der K\u00fcste (von wenigen Metern bis wenigen Kilometern Breite) geht\u2019s hoch in\/\u00fcber die erste Kordilleren (oft bis gegen oder \u00fcber 2000 Meter hoch) und \u00fcber Hochebenen weiter s\u00fcdw\u00e4rts. Sand, Steine, Felsen wechseln sich ab, genauso auch die Farben, beige, grau, gr\u00fcnlich, r\u00f6tlich, gelblich in allen denkbaren Nuancen, unglaublich.<\/p>\n<p>Die K\u00fcche ist weniger abwechslungsreich wie die Landschaft. An der K\u00fcste gibt\u2019s au\u00dfer Fisch noch Fisch oder Fisch, dazu Meeresfr\u00fcchte und wer das nicht mag bekommt Huhn. Zur Ehre der chilenische K\u00fcche sei vermerkt, der Fisch ist oft sehr gut zubereitet. Das Fr\u00fchst\u00fcck wird s\u00fcdw\u00e4rts von Ort zu Ort frugaler, offenbar fr\u00fchst\u00fccken die Chilenen kaum. Der chilenische Wein ist daf\u00fcr durchwegs sehr gut und den genie\u00dfen wir nat\u00fcrlich t\u00e4glich. Ein Prosit Euch allen, liebe LeserInnen.<\/p>\n<p>Chile scheint nicht so arm zu sein wie Peru (die Minen machen\u2019s m\u00f6glich), die Preise sind entsprechend auch etwas h\u00f6her (f\u00fcr uns aber noch immer sehr erschwinglich). Die Gesch\u00e4fte sind jetzt \u00fcberall weihnachtgeschm\u00fcckt und Jingle Bells t\u00f6nt durch alle Superm\u00e4rkte. F\u00fcr uns fast nicht fassbar, Weihnachten in den Sommerferien, dazu geh\u00f6rt doch K\u00e4lte und Schnee.<\/p>\n<p>Jetzt w\u00fcnsche ich Euch allen eine sch\u00f6ne vorweihnachtliche Zeit, wenn\u2019s geht ohne Stress. Sigrid, sorry, ich wei\u00df, ich war etwas schreibfaul. Die Zeit war oft auch knapp und das Internet manchmal sehr m\u00fchsam, soviel zu meiner (faulen) Ausrede. Heute aber sitze ich in einer Gro\u00dfen Ferienanlage im Garten und schreibe mal wieder in aller Ruhe. Wir haben alle kleine Ferienh\u00e4uschen mit K\u00fcche, Wohnzimmer, 2  Schlafzimmern (bei mir mit total 7!!! Betten) und einem herrlichen privaten Sitzplatz.<\/p>\n<p>Seid alle ganz herzlich gegr\u00fc\u00dft, hasta luego<\/p>\n<p>Heidi<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Beitrag von Heidi Bisang Liebe Leserinnen und Leser 12 mal musste das N\u00e4hk\u00e4stchen bis jetzt eine Landesgrenze passieren, es fehlt nur noch die Argentinische (bitte Daumen dr\u00fccken, dass auch die letzte Aus- bzw. Einreise fl\u00fcssig von sich geht) \u2013 und dann nat\u00fcrlich nach einem langen Nachtflug die allerletzte Einreise in Frankfurt. 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