{"id":1939,"date":"2013-11-23T14:17:21","date_gmt":"2013-11-23T12:17:21","guid":{"rendered":"http:\/\/blog.busweltreise.de\/?p=1939"},"modified":"2018-05-22T09:23:50","modified_gmt":"2018-05-22T07:23:50","slug":"plaudereien-aus-dem-werkzeugtaschle-4","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.busweltreise.de\/?p=1939","title":{"rendered":"Plaudereien aus dem Werkzeugt\u00e4schle (4)"},"content":{"rendered":"<p>Beitrag von Axel Lehmann<\/p>\n<p>Und Peru ist doch gr\u00fcn&#8230;<\/p>\n<p>W\u00e4hrend der kleinere Teil der Truppe brav der Panamerikana folgt, wollen die neugierigen Nasen (\u00fcbrigens 12, nicht 13) das Peru der Anden zu erkunden. Das erste Ziel ist Cusco, wohin wir von Lima in einer guten Stunde mit dem Flugzeug gelangen.<\/p>\n<p>(Eigentlich kann ich gar nicht aus dem Werkzeugt\u00e4schle plaudern, denn das ist im Koffer mit dem Schweizermesser und anderen spitzen Gegenst\u00e4nden geblieben, damit man es mir nicht bei der Sicherheitskontrolle abnimmt. Das Werkzeugt\u00e4schle f\u00e4hrt also die Panamerikana.)<\/p>\n<p>Man sieht beim Flug von oben, wie sich die zun\u00e4chst kargen Berge immer mehr begr\u00fcnen, bis wir im gr\u00fcnen Tal von Cusco landen. Wir kommen gegen Mittag an und k\u00f6nnen uns ein bischen ausruhen, damit wir uns an die H\u00f6he gew\u00f6hnen, denn wir sind von Null auf 3400m in einer Stunde katapultiert worden. Einige Tassen Cocatee helfen, aber der Sauerstoff ist knapp und wir japsen doch bei der Stadtf\u00fchrung, denn es geht dauernd rauf und runter.<\/p>\n<p>Cusco war die Hauptstadt des Inkareichs, aber das kann man alles in Wikipedia nachlesen. Sehen kann man von den Inkas noch an vielen Stellen Grundmauern von Geb\u00e4uden, die die Spanier \u00fcbriggelassen haben. Diese Mauern zeichnen sich dadurch aus, da\u00df die Steine zwar unregelm\u00e4\u00dfig, aber fugenlos an- und ineinander gef\u00fcgt sind. Wie die Inkas diese Bauweise mit dieser Pr\u00e4zision bewerkstelligen konnten, ist bis heute nicht ergr\u00fcndet, aber faszinierend anzusehen. Gut sehen k\u00f6nnen wir es im Franziskanerkloster, wo etliche Mauern gut erhalten sind.<br \/>\nUm den Hauptplatz herum brummt das Leben, vor allem ein Andenkenladen und ein Restaurant reihen sich an das n\u00e4chste. Viele junge Rucksacktouristen fallen auf. Und leider geht auch sehr viel Autoverkehr durch die engen Gassen der Altstadt, was die Unesco unterbinden m\u00f6chte; bisher aber wohl ohne Erfolg. Es ist nicht unbedingt eine Freude, durch diese Gassen zu laufen. Unser (sehr sch\u00f6nes, weil mit vielen Innenh\u00f6fen versehenes) Hotel liegt g\u00fcnstig (\u201efu\u00dfl\u00e4ufig\u201c) am Stadtrand der Altstadt. Nach Einbruch der Dunkelheit ziehen wir uns zum Abendessen in unser Hotel zur\u00fcck, w\u00e4hrend drau\u00dfen ein Gewitterregen mit Hagel herunterprasselt, wie ich es selten erlebt habe. Das Wasser l\u00e4uft in B\u00e4chen die Stra\u00dfen herunter. Es regnet immer noch, als wir ins Bett gehen. <\/p>\n<p>Es ist Sonntag, als wir ins Umland von Cusco aufbrechen. Die Universit\u00e4t von Cusco macht eine Aufnahmepr\u00fcfung, 8000 Kandidaten sollen angereist sein, die halbe Stadt ist gesperrt und wir m\u00fcssen einige Umwege fahren, um aus der Stadt herauszukommen. Von einem Aussichtspunkt k\u00f6nnen wir das gro\u00dfe Tal \u00fcberblicken, das heute vollst\u00e4ndig von Cusco ausgef\u00fcllt ist. Wir fahren hinab ins Urubambatal, wobei wir noch diverse Inka-Ausgrabungen besichtigen. Das Wetter ist warm und leicht bew\u00f6lkt. Als wir nachmittags in unserem Hotel am Urubamba ankommen, regnet und hagelt es prompt wieder. Es hagelt so stark, da\u00df der Rasen komplett wei\u00df ist; aber nach einer Stunde ist der Spuk verschwunden und es hat sich erstaunlich wenig abgek\u00fchlt.<\/p>\n<p>Montag ist dann der Tag der Tage: Wir wollen Machu Picchu erklimmen. Zun\u00e4chst fahren wir zur Bahnstation, um mit Perurail in einem Aussichtswagon entlang des Urubamba zum Ort Machu Picchu zu fahren. Unser Zug f\u00e4llt aus, weil die Lok kaputt ist. Das ist aber kein Problem, die Wagons werden einfach an den n\u00e4chsten Zug angeh\u00e4ngt. So kommen wir mit nur 40 Minuten Versp\u00e4tung an. Die Fahrt entlang des Urubamba f\u00fchrt durch ein grandioses Tal, bei dem sich die Vegetation langsam von Bergland zu Dschungel ver\u00e4ndert, denn Machu Picchu liegt bereits an der Grenze zum Tiefland des Amazonas. Die Fahrt ist sehr gem\u00fctlich, wir brauchen eineinhalb Stunden f\u00fcr gut 40km.<\/p>\n<p>Mit einem Shuttlebus geht es in 20 Minuten zum Eingang der Inkasiedlung Machu Picchu (wie die Inkas den Ort wirklich nannten, wei\u00df man nicht). Man  kann auch zu Fu\u00df hochsteigen: 400 H\u00f6henmeter sind auf einem knapp 2km langen Weg zu meistern. Am Eingang erwartet uns zun\u00e4chst die obligatorische Pa\u00dfprozedur (siehe unten). Dann erklimmen wir einen Aussichtspunkt und unter uns liegt das eigentliche Ziel unserer Begierde: Machu Picchu. Umrahmt von den nahen, steilen und teilweise h\u00f6heren Bergen bietet diese Siedlung wirklich einen atemberaubenden Anblick. Ein paar Kilometer weiter h\u00e4ngen dicke Regenwolken an den Bergspitzen, wir sehen den Regen, h\u00f6ren den Donner und stehen selbst in strahlenden Sonnenschein.<br \/>\nLohnte sich die M\u00fche des Umwegs? Ja, unbedingt \u2013 diese Siedlung gepaart mit der umgebenden Landschaft ist mit nichts vergleichbar, was ich bisher gesehen habe.<br \/>\nDrei Stunden lang erkunden wir das Terrain mit unserem sachkundigen F\u00fchrer Carlos, der mit viel Fachkenntnis und Engagement uns das vermittelt, was man bisher an einigerma\u00dfen gesicherten Erkenntnissen gewonnen hat, denn viel wei\u00df man von den Inkas bis heute nicht. Als der Himmel dann v\u00f6llig zugezogen ist und der Regen sich uns soweit gen\u00e4hert hat, da\u00df wir \u00fcberlegen, unsere Regenschirme zu aktivieren, fahren wir wieder mit unserem Shuttlebus hinunter und gehen zu unserem Hotel.<br \/>\nDa unser eigentlich gebuchtes Hotel \u00fcberbucht ist, sind wir im besseren Inkaterra Pueblo Hotel untergebracht, das erste Haus am Platz, ausgestattet mit Bungalows, gelegen in einer dschungelartigen Anlage. Wir genie\u00dfen 5-Sterne Komfort inklusive einem lukullischen Abendmenu, das einen einmaligen Tag vollendet abrundet.<\/p>\n<p>Und Peru ist noch anders&#8230;<\/p>\n<p>In jedem Hotel m\u00fcssen wir erst einmal unsere P\u00e4sse abgeben, die genau inspiziert und photokopiert werden. Und wehe, es fehlt die \u201eTarjeta Andina de Migrati\u00f3n\u201c &#8211; das ist eine zus\u00e4tzliche Bescheinigung, ohne die der Stempel im Pa\u00df wertlos ist \u2013 dann wird sofort nachgefragt. Meist m\u00fcssen wir die P\u00e4sse abgeben und erhalten sie erst zum Abendessen zur\u00fcck. Aber neben der B\u00fcrokratie gibt es auch gute Seiten: In Peru haben Doppelzimmer automatisch zwei Betten. In ganz Peru hatten wir keinen Zimmerwechsel!<\/p>\n<p>Aber auch bei der Bahn Perurail brauchen wir den Pa\u00df, denn die Fahrkarten sind personalisiert und man kommt nur zum Zug, wenn man sich mit Pa\u00df ausweisen kann. Diese Z\u00fcge sind ausschlie\u00dflich f\u00fcr Ausl\u00e4nder, die Einheimischen benutzen andere Z\u00fcge, die wesentlich billiger, aber auch einfacher sind (und die Ausl\u00e4nder nicht benutzen d\u00fcrfen). <\/p>\n<p>Und f\u00fcr Machu Picchu sind die Eintrittskarten nat\u00fcrlich auch personalisiert und man kommt ohne Pa\u00df nicht hinein, sogar f\u00fcr das Machu Picchu Museum mu\u00dften wir unseren Pa\u00df hinlegen. Bei Machu Picchu ist das noch verst\u00e4ndlich, denn fr\u00fcher wurden die Karten weiterverkauft oder ein schwunghafter Schwarzhandel betrieben; das hat man mit dieser Regelung unterbunden \u2013 komisch mutet es trotzdem an.<\/p>\n<p>Mal sehen, welche Erfahrungen in Chile auf uns warten.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Beitrag von Axel Lehmann Und Peru ist doch gr\u00fcn&#8230; W\u00e4hrend der kleinere Teil der Truppe brav der Panamerikana folgt, wollen die neugierigen Nasen (\u00fcbrigens 12, nicht 13) das Peru der Anden zu erkunden. Das erste Ziel ist Cusco, wohin wir von Lima in einer guten Stunde mit dem Flugzeug gelangen. 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