{"id":1845,"date":"2013-10-28T18:37:45","date_gmt":"2013-10-28T16:37:45","guid":{"rendered":"http:\/\/blog.busweltreise.de\/?p=1845"},"modified":"2018-05-22T09:24:07","modified_gmt":"2018-05-22T07:24:07","slug":"reisen-ist-toll-sagt-nicht-nur-das-nahkastchen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.busweltreise.de\/?p=1845","title":{"rendered":"Reisen ist toll, sagt nicht nur das N\u00e4hk\u00e4stchen"},"content":{"rendered":"<p>Beitrag von Heidi Bisang<\/p>\n<p>Liebe Leute<\/p>\n<p><b>Reisen ist toll, sagt nicht nur das N\u00e4hk\u00e4stchen<\/b><\/p>\n<p>Gestern gegen Abend sind wir nach einem langen Fahrtag inkl. Piquenique in Cali angekommen. Eine laute, nicht speziell sch\u00f6ne Stadt (jedenfalls, was wir von ihr gesehen haben). Logiert und gegessen haben wir in einem Stadthotel (komfortabel, aber nichts besonderes), das aber eine wunderbare Gartenwirtschaft \u2013 \u00fcber die Stra\u00dfe direkt am Fluss gelegen \u2013 hatte. Dorthin wollte wir nach dem Essen noch zu einem Schlummertrunk, aber denkste, nach einer gef\u00fchlten Ewigkeit (wohl etwa \u00bd Stunde) bekamen wir noch immer keinen Tisch zugewiesen (wait to be seated), also lie\u00dfen wir es bleiben und gingen ins Stra\u00dfencaf\u00e9 nebenan. Kaum sa\u00dfen wir ging ein Riesengewitter mit Regeng\u00fcssen nieder, die ganze Gartenbeiz musste schleunigst ger\u00e4umt werden und wir waren die lachenden Dritten, denn wir wurden vom Wirt himself herein ins Trockene gebeten. Dieser sprach perfekt deutsch, er sei lange Jahre in Deutschland gewesen. Auf meine Frage, ob er denn nicht Deutscher sei, sagte er, nein, er komme aus Colombier !!! (f\u00fcr die Deutschen Leser, das ist ein St\u00e4dtchen in der franz\u00f6sischen Schweiz).<\/p>\n<p>Heute nun war eine kurze Fahrt nach Popayan angesagt. Kurz nach 1 Uhr (inkl. Piqieniquehalt) waren wir schon im Hotel. Ein herrliches altes Stadthaus mit Innenh\u00f6fen, wie wir sie schon in Mexiko kennen gelernt haben. Mein Zimmer hat ein winziges Balk\u00f6nlein, das auf einen kleinen Innenhof geht, der von einem Orangenbaum voller orange leuchtender Fr\u00fcchten beherrscht wird.<\/p>\n<p>Um 14.30 Uhr holte uns die lokale Reiseleiterin zur Stadtbesichtigung ab. Kaum weggelaufen fragte uns diese, ob wir einverstanden seien, wenn uns die Polizei begleiten w\u00fcrde, auf dass wir ganz sicher vor Taschen- und anderen Dieben seien. Die zwei dazu abkommandierten Polizisten haben uns w\u00e4hrend der ganzen 3 Stunden, die wir durch die Stadt gewandert sind, begleitet. Auf jeder Stra\u00dfe, die wir \u00fcberquerten, wurde kurz der Verkehr angehalten!! Auf einen \u2013 von Indios aufgesch\u00fctteten H\u00fcgel \u2013 wollten zwei nicht mitgehen und 2 langsamere (eine davon bin ich) nahmen den etwas steilen Aufstieg gem\u00fctlicher in Angriff. Da wurden kurzerhand zwei weitere Polizisten geordert, auf dass ja keine\/r von uns auch nur eine Sekunde alleine gelassen werde. Die kamen dann auf Motorr\u00e4dern mit Blaulicht angebraust und blieben bis die ganze Truppe wieder beieinander war. Ich wollte auf dem Heimweg, keine 5 Minuten vom Hotel entfernt, rasch Geld aus einem Automaten holen, auch da blieb der nette Polizist hinter mir stehen, damit niemand auf den Gedanken kommen k\u00f6nnte, mich zu bestehlen. Wer ist da neidisch!? Denn h\u00fcbsch und jung und freundlich waren sie erst noch unsere Freunde und Helfer.<\/p>\n<p>Popayan ist eine h\u00fcbsche Stadt, bis jetzt die sch\u00f6nste (zieht etwa gleich mit Cartagena), die wir in Kolumbien kennen lernen konnten. Sie wird die wei\u00dfe Stadt genannt und sie wird ihrem Namen total gerecht. \u00dcber 90% aller H\u00e4user in der Altstadt sind Schneewei\u00df gestrichen. Das kommt von der uralten Vorschrift, die H\u00e4user wei\u00df zu t\u00fcnchen um Sch\u00e4dlinge abzuhalten. Vor den Fenstern hat\u2019s sehr oft kleine schmiedeeiserne Balkone. Das Stadtgebiet ist auch Erdbebenzone, daher sind die meisten H\u00e4user nur 1 bis 2 st\u00f6ckig. Zudem ist Popayan eine alte Universit\u00e4tsstadt, d.h. man sieht \u00fcberall junge Leute. Heute haben die Studenten allerdings mit einer gr\u00f6\u00dferen Demo f\u00fcr oder gegen was protestiert und versammelten sich gerade auf dem Hauptplatz als wir auf dem Heimweg dort vorbeikamen. Unseren Polizeibesch\u00fctzern war das sichtlich peinlich, sie lotsen uns dann auf einem Seiteng\u00e4sslein zur\u00fcck ins Hotel, damit wir ja nicht in eine \u201eDruggete\u201c kommen. Dabei schien mir dieser Protestmarsch nicht tierisch ernst gewesen zu sein, das ganze schien recht fr\u00f6hlich. Ein Erstmaiumzug bei uns scheint dagegen wie ein Beerdigungszug.<\/p>\n<p>Jetzt gehe ich schlafen und zwar ohne Klimaanlage, mit offenem Fenster. Wir sind hier auf\u00a0 ca. 1600 Meter, das bringt angenehm k\u00fchle N\u00e4chte. Morgen starten wir schon um 8Uhr, da heisst es 6.30h aus den Federn.<\/p>\n<p>Hasta luego<\/p>\n<p>Heidi<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Nachtrag:<\/p>\n<p>Nat\u00fcrlich haben wir nicht nur die Polizeieskorte genossen. Nein, wir konnten, obwohl eigentlich geschlossen, auch die Universit\u00e4t bzw. deren Aula besichtigen. Ein sch\u00f6ner Saal mit einem Riesengem\u00e4lde an der Stirnseite, das die Geschichte der Stadt erz\u00e4hlt von den Indios bis heute. \u00dcbrigens stellt Popayan die meisten Pr\u00e4sidenten Kolumbiens. Im \u00e4ltesten Hotel am Platze durfte wir in die Innenh\u00f6fe, denn dort ist in einem ein altes Wasserreservoir zu sehen, denn schon im 17. Jahrhundert wurden die H\u00e4user der reichen Leute mit flie\u00dfendem Wasser versorgt. In einem Hinterhof eines anderen (\u00f6ffentlichen) Geb\u00e4udes war gerade eine Kindertanzgruppe (Volkstanz) am \u00fcben. Wir haben uns den ganzen Tanz angesehen und heftig applaudiert, was die Knirpse (ca. 10-12j\u00e4heige Buben und M\u00e4dchen) sichtlich verlegen machte aber auch genauso erfreute. In einem L\u00e4dele b\u00e4ckt die \u00e4lteste B\u00e4ckerin der Stadt (sie ist \u00fcber 90) die k\u00f6stlichsten Biskuits. Da konnten wir unseren Vorrat f\u00fcr den Kaffee im Bus wieder auffrischen. Kurz ein rundum toller, gelungener Nachmittag hat uns diese Stadt beschert.<\/p>\n<p>So jetzt gehe ich aber wirklich schlafen. Bei Euch ist ja schon Sonntag, geniesst das Wochenende.<\/p>\n<p>Buenas noches<\/p>\n<p>Heidi<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Beitrag von Heidi Bisang Liebe Leute Reisen ist toll, sagt nicht nur das N\u00e4hk\u00e4stchen Gestern gegen Abend sind wir nach einem langen Fahrtag inkl. Piquenique in Cali angekommen. 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