{"id":1630,"date":"2013-09-27T11:24:48","date_gmt":"2013-09-27T09:24:48","guid":{"rendered":"http:\/\/blog.busweltreise.de\/?p=1630"},"modified":"2018-05-22T09:24:55","modified_gmt":"2018-05-22T07:24:55","slug":"nahkastchens-fortsetzung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.busweltreise.de\/?p=1630","title":{"rendered":"N\u00e4hk\u00e4stchens Fortsetzung"},"content":{"rendered":"<p>Bericht von Heidi Bisang<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Liebe Blogleserinnen und -leser<\/p>\n<p>Eigentlich wollte ich erst in ein paar Tagen wieder schreiben, aber was wir heute erlebt haben, muss ich einfach berichten.<\/p>\n<p>Nach einer laaangen Fahrt, fast 12 Stunden waren wir unterwegs \u2013 allerdings unterbrochen von einer Schluchtenfahrt per Boot in Tuxtla Gutierrez \u2013 von Puerto Escondido nach San Crist\u00f3bal de las Casas (ehemalige Hauptstadt von Chiapas). Die letzten paar Kilometer sind wir \u2013 w\u00e4hrend einem Gewitter und Platzregen der sich buchst\u00e4blich gewaschen hat \u2013\u00a0 den Berg hochgekrochen. Nicht nur der Chauffeur, auch wir waren hundem\u00fcde, Petrus hatte ein Einsehen und im Moment als der Bus im St\u00e4dtchen ankam hat\u2019s auch aufgeh\u00f6rt zu regnen, die letzten paar hundert Meter mussten wir n\u00e4mlich zu Fu\u00df gehen, weil die Gasse zu unserem Hotel zu eng ist f\u00fcr den Bus.<\/p>\n<p>Heute Morgen sind wir dann mit dem Bus noch ein bisschen h\u00f6her gefahren ins Tzotzil Dorf San Juan Chamula. Ein herziges Bergdorf (ca. 2500 Meter \u00fcber Meer), das wohl haupts\u00e4chlich vom Tourismus und Landwirtschaft lebt. Die Frauen weben die bunten Maya Stoffe, machen Stickereien und aus kleinen Glasperlen Schmuck, die M\u00e4nner k\u00fcmmern sich wohl um die Landwirtschaft, wenn sie nicht gerade im Dorf rumstehen.\u00a0 Das tun sie gerne und ausgiebig hatte ich so den Eindruck. Aber deswegen schreibe ich nicht.<\/p>\n<p>San Juan hat n\u00e4mlich die erstaunlichste Kirche, die ich je erlebt habe. Die wohl ehemalige Hauptkirche des Ortes wird n\u00e4mlich nicht mehr von der Institution Kirche betrieben, sondern dient als Haus des lieben Gottes nur den Bewohnern. Es gibt keinen Priester und es werden keine Messen gelesen. Die Menschen gehen, alleine oder mit der ganzen Familie dorthin, wenn sie ein Anliegen haben, eine Bitte oder einen\u00a0 dringenden Wunsch. Wir wurden angehalten ja nicht zu fotografieren (ganz streng verboten), keine Sonnenh\u00fcte zu tragen und auch keine Sonnenbrillen.\u00a0 Was wir dann zu sehen bekamen entbehrt jeder Vorstellungskraft. Da sitzen ganzen Familien am Boden und z\u00fcnden dutzende Kerzen an. Der Boden ist bedeckt mit F\u00f6hrennadeln (die ganz d\u00fcnnen, feinen, langen), vermutlich, dass der Boden nicht verschmutzt bei Schmuddelwetter. Kirchenb\u00e4nke gibt es nicht, alles spielt sich am Boden ab. Je nach Anliegen der Betenden bringen sie Opfergaben mit von Coca Cola!!!, \u00fcber Trinkwasser zu Gem\u00fcse und lebenden H\u00fchnchen. Ob die da in der Kirche geschlachtet werden oder anschlie\u00dfend zu Hause entzieht sich meiner Kenntnis. Heute Vormittag (ein gew\u00f6hnlicher Werktag) brannten wohl \u00fcber Tausend Kerzen, Dutzende Familien und ebenso viele Einzelpersonen bev\u00f6lkerte den Kirchenraum. An den Seitenw\u00e4nden stehen Vitrinen mit Heiligenfiguren (prunkvoll bekleidet), rechts die m\u00e4nnlichen, links die weiblichen, u.a. nat\u00fcrlich auch die Madonna von Guadelupe (die beliebteste \u00fcberhaupt in Mexico). Wir sind ganz leise durch die Kirche geschlichen und haben einfach nur noch gestaunt und w\u00e4ren am liebsten unsichtbar gewesen. Lange konnten wir nicht bleiben, wir f\u00fchlten uns zu sehr als Voyeure.<\/p>\n<p>Vor der Kirche fand wohl eine \u201eGemeindeversammlung\u201c statt. Die (vermutlich) Gemeinder\u00e4te der Gemeine standen in einem Pavillon und redeten, die m\u00e4nnlichen Gemeindemitglieder standen drum herum. Die Frauen waren nicht geladen. Es war wie in Appenzell an der Landsgemeinde bevor auch dort das Frauenstimmrecht durchgesetzt werden konnte.<\/p>\n<p>Die M\u00e4nner tragen \u00fcbrigens meist eine Art Poncho aus langf\u00e4diger Schafwolle (sieht ein bisschen wie ein Pelz aus). Die Frauen aus dem gleichen Stoff R\u00f6cke.<\/p>\n<p>Der Rest des Tages ist schnell erz\u00e4hlt. Wir haben noch ein zweites Bergdorf ganz in der N\u00e4he besucht. Das pure Kontrastprogramm, dort haben die Bauern mit dem Z\u00fcchten und vermarkten von Blumen gro\u00dfen Erfolg, entsprechend ist der Wohlstand auch viel gr\u00f6sser und die Religiosit\u00e4t kleiner.<\/p>\n<p>Das muss reichen f\u00fcr heute. Jetzt gehen wir all zusammen essen und verabschieden unseren Chauffeur und unseren Reiseleiter. Denn morgen geht\u2019s \u00fcber die Grenze nach Guatemala, dort werden wir einen Bus samt Chauffeur und einen neuen Reiseleiter kennen lernen.<\/p>\n<p>Hasta luego<\/p>\n<p>Heidi<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Bericht von Heidi Bisang &nbsp; Liebe Blogleserinnen und -leser Eigentlich wollte ich erst in ein paar Tagen wieder schreiben, aber was wir heute erlebt haben, muss ich einfach berichten. 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