{"id":1556,"date":"2013-09-17T14:46:30","date_gmt":"2013-09-17T12:46:30","guid":{"rendered":"http:\/\/blog.busweltreise.de\/?p=1556"},"modified":"2018-05-22T09:25:11","modified_gmt":"2018-05-22T07:25:11","slug":"la-loca-de-san-blas","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.busweltreise.de\/?p=1556","title":{"rendered":"La Loca de San Blas"},"content":{"rendered":"<p>Beitrag von Ina Jander<\/p>\n<p>Auf unserem Weg von Mazatlan nach Guadalajara kamen wir ganz nah an der kleinen Hafenstadt San Blas vorbei:<\/p>\n<p>Man erz\u00e4hlt sich die wahre Geschichte einer Frau, die Anfang des 19. Jahrhunderts hier direkt am Pazifik lebte. Ihre gro\u00dfe Liebe war Matrose, er fuhr zur See. Sie schworen sich ewige Liebe, er, dass er wieder zur\u00fcckkommen, sie, dass sie immer auf ihn warten w\u00fcrde.<br \/>\nEr kam nicht zur\u00fcck, weshalb, ist nicht \u00fcberliefert. Aber sie wartete. Jeden Abend ging sie in den Hafen und legte daf\u00fcr immer dieselben Kleider an, die sie beim Abschied getragen hatte, damit er sie ja auch erkenne.<br \/>\nDie Leute nannten sie verr\u00fcckt, loca, und wollten sie einsperren. Sie aber wehrte sich und jeden Tag ihres Lebens ging sie abends in den Hafen und wartete. Sie wurde alt und starb, und man erinnerte sich an sie als die Verr\u00fcckte von San Blas.<br \/>\nIn den Sechziger Jahren errichtete man im Hafen von San Blas ein Denkmal f\u00fcr die Verr\u00fcckte: die kleine ca. ein Meter sechzig hohe Metallstatue einer Frau mit nach hinten wehenden Gew\u00e4ndern, die Arme sehnsuchtsvoll dem Meer entgegen gestreckt, steht auf der Mole (el muelle auf Spanisch) von San Blas.<br \/>\nUnd inzwischen zeigt sich, dass sie nicht vergeblich gewartet hat: unter den Matrosen hat es sich herumgesprochen, dass da eine ist, die auf sie wartet. Sie sind so ber\u00fchrt von dieser Frau und ihrer Treue, dass sie angefangen haben, ihr Blumen zu bringen, bevor sie in See stechen.<br \/>\nUnd so liegen der Verr\u00fcckte von San Blas nun immer frische Blumen zu F\u00fcssen.<br \/>\nAus dieser traurigen und Geschichte einer einzelnen einsamen Frau ist nun etwas Tr\u00f6stendes, Liebenswertes und fast Heiteres geworden.<\/p>\n<p>Im Jahr 1997 ver\u00f6ffentlichte die mexikanische Gruppe &#8222;Man\u00e1&#8220; ein Lied mit dem Titel &#8222;En el Muelle de San Blas&#8220;. Es wurde der Sommerhit 2000 in Europa, aber kaum einer wusste, um was es dabei ging: um die &#8222;Verr\u00fcckte&#8220; von San Blas, die auf der Hafenmole wartet, und deren gro\u00dfe Liebe im Lied von Man\u00e1 am Ende das Meer geworden ist.<\/p>\n<p>Soweit die Geschichte, wie sie uns hier in Mexiko erz\u00e4hlt wurde. Die Internet Recherche ergab, dass es diese Frau tats\u00e4chlich gegeben hat. Aber nicht vor fast zwei Jahrhunderten, sondern sie starb erst 2012 im Alter von 63 Jahren. Ihr Verlobter war Fischer, vier Tage vor der Hochzeit 1971 fuhr er hinaus und kam nicht zur\u00fcck, keiner wei\u00df was aus ihm geworden ist.<br \/>\nDanach stand sie wirklich t\u00e4glich in ihrem Hochzeitsgewand auf der Mole und streifte auch so gekleidet durchs Dorf, immer auf der Suche und in Erwartung ihres Liebsten. Ihren Lebensunterhalt fristete sie mit dem Verkauf von S\u00fc\u00dfigkeiten und erz\u00e4hlte dabei gelegentlich auch ihre Geschichte. So hat sie auch der S\u00e4nger von Man\u00e1 pers\u00f6nlich kennengelernt und der lie\u00df sich, ber\u00fchrt von ihrem Schicksal, zu dem Lied inspirieren.<br \/>\nDen spanischen Internet-Texten, die sich auf die &#8222;Loca de San Blas&#8220; beziehen, war nicht sicher zu entnehmen, ob nach ihrem Tod die kleine Skulptur auf der Mole schon installiert oder erst in Planung ist. Und ob Man\u00e1 bei deren Einweihung gesungen haben oder dann singen werden.<\/p>\n<p>Uns hat die erste Version besser gefallen, besonders das Ende der Geschichte, wo die Matrosen der verr\u00fcckten Wartenden Blumen zu F\u00fcssen legen.<br \/>\nAber die Tatsache, dass die Geschichte SO erz\u00e4hlt wird, ist schon wieder eine neue Geschichte.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Beitrag von Ina Jander Auf unserem Weg von Mazatlan nach Guadalajara kamen wir ganz nah an der kleinen Hafenstadt San Blas vorbei: Man erz\u00e4hlt sich die wahre Geschichte einer Frau, die Anfang des 19. Jahrhunderts hier direkt am Pazifik lebte. Ihre gro\u00dfe Liebe war Matrose, er fuhr zur See. 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