{"id":1095,"date":"2013-07-26T10:58:42","date_gmt":"2013-07-26T08:58:42","guid":{"rendered":"http:\/\/blog.busweltreise.de\/?p=1095"},"modified":"2018-05-22T09:26:39","modified_gmt":"2018-05-22T07:26:39","slug":"panamericana","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.busweltreise.de\/?p=1095","title":{"rendered":"Panamericana"},"content":{"rendered":"<p>Beitrag von Ina Jander<\/p>\n<p>In Anchorage<\/p>\n<p>Wir sind in Anchorage, heute kommen unsere G\u00e4ste an, morgen startet unser Nordamerikateil.<\/p>\n<p>Der Bus steht noch in Tacoma im Zoll. Es g\u00e4be viel dazu zu sagen, und ich denke, Hans-Peter wird zu gegebener Zeit auch ganz sch\u00f6n viel dazu sagen.<\/p>\n<p>Momentan sind viele Menschen damit besch\u00e4ftigt, auf verschiedenen Ebenen und \u00fcber viele unterschiedliche Kan\u00e4le, eine &#8222;Release&#8220; des Busses aus dem Zoll zu erwirken.<\/p>\n<p>Bis es soweit ist, geht unsere Tour nun mit einem angemieteten Fahrzeug an den Start. Der Bus ist zwar ein wichtiger Teil dieser Reise, aber auch nicht der einzige und auch nicht der Hauptdarsteller, jedenfalls nicht immer (Toli verzeih mir, aber es ist so!).<\/p>\n<p>Die Landschaften und Gegenden, die wir durchfahren, die Naturparks und St\u00e4dte, die wir besuchen werden, unsere Reiseg\u00e4ste, die vielen menschlichen Begegnungen unterwegs und nicht zuletzt die Begleitung durch unsere Leser, Freunde, Mitreisende, Familienangeh\u00f6rige und Busfans sind ebenso wichtige Bestandteile dieser Reise. Und immer wieder die unsch\u00e4tzbare Lern-Erfahrung, dass in fremden L\u00e4ndern wirklich andere Sitten herrschen, dass wir herausgefordert sind, unsere Aufgeschlossenheit und Flexibilit\u00e4t und Toleranz auf die Probe gestellt werden. Man lernt auch, wie sehr die eigenen meist unbewussten Erwartungen die tats\u00e4chlichen Erfahrungen dann f\u00e4rben, ob man mit etwas klar kommt oder ob man es unm\u00f6glich und unzumutbar findet.<\/p>\n<p>Der Flug nach Alaska war wunderbar: da wir erst am Vortag gebucht hatten, bekamen wir keine Pl\u00e4tze nebeneinander mehr, daf\u00fcr hatten wir beide je einen Fensterplatz. Es hatte keine Wolkendecke oder nur ganz sporadisch, so dass man alles sehen konnte. Einen letzten Blick auf Mt. Rainier, der an diesem klaren Tag wieder majest\u00e4tisch und unwirklich \u00fcber der Ebene schwebte, Downtown Seattle, das pl\u00f6tzlich ganz klein schien, Discovery Park, an dem wir einen Nachmittag lang gewandert waren und der nun wirkte wie der Vorgarten eines mittelgro\u00dfen Hauses. Man sieht die quadratische Anordnung aller Ansiedlungen und versteht sp\u00e4testens jetzt, dass f\u00fcr einen Amerikaner die Entfernungsangabe &#8222;just down two block&#8220; im ganzen Land eine Gr\u00f6\u00dfe ist, mit der er etwas anfangen kann.<\/p>\n<p>Aus Flugzeugperspektive h\u00f6rt die Besiedelung nicht weit hinter Seattle bald auf und wir schauen auf bewaldete Inseln, Fjorde, auf den Gew\u00e4ssern winzige Schiffe, von so weit oben oft nur an der wei\u00dfen Heckwellenspur zu erkennen, auf schneebedeckte Bergketten und kurz vor Anchorage dann viele Gletscher die in alle Richtungen flie\u00dfen. Keine Stra\u00dfen, keine H\u00e4user, auf dem Meer keine Boote. Und dann schl\u00e4ngelt der erste Weg wieder durch das Gr\u00fcn oder einem Berghang entlang, und sehr schnell kommen noch welche aus anderen Richtungen dazu, H\u00e4user und Bootsstege, und schon schaut man wieder auf die &#8222;Zivilisation&#8220; hinab. Sehr interessant und spannend. Ganze andere Zusammenh\u00e4nge erschlie\u00dfen sich mir.<\/p>\n<p>Anchorage in Alaska ist f\u00fcr uns wieder kuriose Erfahrung. Dass auch hier Sommer ist, wissen wir nat\u00fcrlich, die Tour ist so geplant, dass wir immer im Sommer fahren. Trotzdem verbinde ich mit Alaska eher niedere Temperaturen, auch im Juli. Vorsichtshalber nehmen wir die Anoraks ins Handgep\u00e4ck, man kann ja nicht wissen.<\/p>\n<p>Ins Flugzeug steigen drei M\u00e4nner im Holzf\u00e4llerformat: gro\u00df, b\u00e4rtig, kariertes Hemd, Jeans und breiter abgewetzter Lederg\u00fcrtel, klobige Schuhe, flanellige Schildkappe und kein Handgep\u00e4ck &#8211; so hab ich mir das vorgestellt. Aber nur diese drei entsprechen meinem Bild. Das Gros der Passagiere tr\u00e4gt \u00e4rmellose T-Shirts und Flipflops. Viele von ihnen wirken nicht wie Touristen, sondern wie Menschen, die nach Hause fliegen, die also genau wissen, was f\u00fcr Temperaturen sie erwarten. Und tats\u00e4chlich, in Anchorage ist es hei\u00df! 84 grad Fahrenheit sagt mir der Taxifahrer, keine Ahnung wieviel das in Celsius ist, aber es f\u00fchlt sich an wie mindestens 28, ich bin viel zu warm angezogen. Nebenbei erz\u00e4hlt der Taxifahrer auch noch &#8211; er hat einen das Herz erw\u00e4rmenden vertrauten mediterranen Akzent! &#8211; dass Alaska 700 Tausend Einwohner hat und 450 Tausend zugelassene Privatflugzeuge. Mehr als Autos. Er scheint zufrieden, denn wir sind geb\u00fchrend und wirklich beeindruckt, bestimmt erz\u00e4hlt er das allen Touristen und erzielt immer diese Wirkung.<\/p>\n<p>Unserem Reiseleiter Uli Lehmann kommt das etwas unverh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfig vor, er recherchiert im Internet und meint, es k\u00f6nnte sein, dass man eine Null abstreichen sollte. Schade. Mir hat die Geschichte des Taxifahrers besser gefallen.<\/p>\n<p>In Anchorage ist es nicht nur hei\u00df sondern auch ewig hell, wir sitzen noch bis elf Uhr auf einer Terrasse mit Blick aufs Meer und merken gar nicht wie sp\u00e4t es schon ist, es f\u00fchlt sich an wie h\u00f6chstens zwanzig Uhr.<\/p>\n<p>Daf\u00fcr sind wir kurz nach vier wieder wach, es ist schon so hell, da\u00df im Hotel nebenan die Beleuchtung am Schriftzug ausgemacht wird.<\/p>\n<p>In amerikanischen Hotels gibt es normalerweise kein Fr\u00fchst\u00fcck, man geht Fr\u00fchst\u00fccken oder holt sich einen Kaffee &#8222;to go&#8220; und irgendwas S\u00fc\u00dfes aufs Zimmer. Offiziell beginnt unsere Reise morgen, am 26. Juli. Wir sind schon 2 Tage eher da und m\u00fcssen daf\u00fcr in einem anderen Hotel unterkommen, unser Tourhotel ist ausgebucht. Dort wird es Fr\u00fchst\u00fcck geben. Hier in diesem auch, aber f\u00fcr uns Europ\u00e4er echt gew\u00f6hnungsbed\u00fcrftig &#8211; mal wieder! Es gibt Bagels und Toast und sogar einen Toaster, Butter, Marmelade, Philadelphiak\u00e4se, papps\u00fc\u00dfe M\u00fcslis, aber frische Milch. Leicht klebrige Muffins (find ich gut!) und Puddingschnecken, dazu Kaffee und Tee und mein Favourite: zwei Riesenpumpflaschen Coffeemate in den Geschmacksrichtungen &#8222;French Vanilla&#8220; und &#8222;Hazelnut&#8220; beide mit natural und artificial flavors. Schauderhaft.<\/p>\n<p>Soweit alles ok, es ist nur sehr eng, jeder schmiert sich in einem Zweiquadratmeter K\u00fcchelchen seine Stulle bzw bewacht seinen Toast, dann stellt man sich irgendwo im Vorraum der Rezeption an die Wand, wo ein Bord f\u00fcr eben diesen Zweck angebracht ist und leider auch nur wenigen Menschen Platz bietet. Die deutsche Fr\u00fchst\u00fccksgem\u00fctlichkeit leider weit und breit nicht in Sicht. Hier ist es ein Gl\u00fcck, dass die Amerikaner diesbez\u00fcglich nichts zu vermissen scheinen, sie bringen die Nahrungsaufnahme erstaunlich z\u00fcgig hinter sich und sind auch schon wieder weg. So k\u00f6nnen wir Deutschen nun noch etwas gem\u00fctlich am Pseudotresen lehnen und uns Zeit lassen.<\/p>\n<p>Bin gespannt, wie das in den anderen Hotels sein wird und welche lieben Angewohnheiten ich noch loslassen muss? Was ich eigentlich begr\u00fc\u00dfe und als Lernerfolg beim Reisen verbuche, nur in der konkreten Situation fehlt mir gelegentlich diese Gr\u00f6\u00dfe.<\/p>\n<p>\u00dcbrigens ist jetzt 23:23 Uhr und es ist immer noch hell, die Sonne ist erst vor kurzem untergegangen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Beitrag von Ina Jander In Anchorage Wir sind in Anchorage, heute kommen unsere G\u00e4ste an, morgen startet unser Nordamerikateil. Der Bus steht noch in Tacoma im Zoll. 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